Was ist Dyskalkulie?

Wenn man beim Kind eine zeitweise Unaufmerksamkeit bemerkt, während es mit Zahlen umgeht, geht man grundsätzlich von einer biogenetisch bedingten Dyskalkulie aus. Das Kind weist differente Sinneswahrnehmungen auf und führt Rechenoperationen fehlerhaft durch.

 

Die Dyskalkulie wirkt sich nicht nur auf die Mathematik aus. Probleme können überall dort entstehen, wo sich mathematische Sachverhalte finden, sei es beim Verständnis vom Tages-, Wochen- oder Jahresverlauf, bei der Uhrzeit oder bei geschichtlichen Ereignissen. Auch die Orientierung anhand von Karten und Tabellen kann Schwierigkeiten bereiten.

 

Die Problematik der Dyskalkulie und die Symptome zeigen sich in der Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger aber in den höheren mathematischen Fertigkeiten.

Primärdyskalkulie

In der neuen wissenschaftlichen Forschung wird die primäre oder neurogene Dyskalkulie Primärdyskalkulie genannt. Darunter versteht man die körperliche bedingten, auf ungleichen Hirnleistungen beruhenden neurogenen Rechenschwierigkeiten.

Diese sind entweder biogenetisch oder häufig perinatal, in den letzten Schwangerschaftswochen, während der Geburt oder in den ersten Lebenswochen, grundgelegt.

Ungenügende Sauerstoffversorgung kann zu Funktionsstörungen führen. Ein akutes Absinken des Blutzuckerspiegels nach der Geburt bzw. Abnabelung kann auch Auslöser sein. Suchtmittel wie Alkohol, Nikotin, Medikamente können während der Schwangerschaft ebenso beeinträchtigend wirken.

Ein Großteil primärer Rechenprobleme ist durch perinatale Risikofaktoren bedingt. Häufig bemerkt man Probleme in der feinmotorischen koordination, differente optische, akustische und/oder taktil-kinästhetische Wahrnehmungsverarbeitung.

 

Sekundärdyskalkulie

In der neuen wissenschaftlichen Forschung wird die sekundäre oder psychogene Dyskalkulie Sekundärdyskalkulie genannt. Darunter versteht man die durch seelische Störungen verstärkte Dyskalkulie. Kinder mit biogenetischer Veranlagung und zusätzlich wenig Selbstvertrauen, unselbstständige und ängstliche Kinder, sowie Kinder mit echten Krankheitsbildern einer Konzentrationsschwäche sind für sekundäre Dyskalkulie anfällig.

Große Ängste können die Rechenvorgänge blockieren. Durch einen starken Leidensdruck kommt es zum Scheitern.

 

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